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Aus der Not geboren
Interview Hubertus Kraus im „Business
Geomatic“ 10/06
Die Dresdner Hochwasserkatastrophe hat das politische Bewusst-
sein für GDIs geschärft
Geodaten sind nicht nur ein teures Investitionsgut. Sie sind auch
schwierig einzusetzen. Meist gibt es verschiedene Quellen auf staatlicher
Seite und von den privatwirtschaftlichen Unternehmen. Vor diesem
Hintergrund ist der Verein GDI-Sachsen entstanden, der die Entwicklung
einer Geodateninfrastruktur im Freistaat Sachsen fördern will. Die
Business Geomatics befragte Vorstandsmitglied Hubertus Kraus, der
gleichzeitig Niederlassungsleiter bei dem Geodatendienstleister
Geoinformatik- und Vermessungs-Anbieter Trigis in Leipzig ist.
Business Geomatics: Der GDI-Sachsen wurde bereits 2002 gegründet. Warum
so früh?
Hubertus Kraus: In Sachsen gab es einen sehr konkreten Auslöser für die
offensive Forderung nach einer landesweiten Geodateninfrastruktur. Während
der Hochwasserkatastrophe im Jahr 2002 gab es verschiedene Situationen, wo
der Einsatz von Geo- beziehungsweise genauen Höhendaten in
Geoinformationssystemen der Einsatzplanung geholfen hätte, die Aktionen
besser zu koordinieren. Ein Beispiel: Für die Region Wurzen hätte man mit
einem Höhenmodell, wie es etwa an der Universität Leipzig vorlag,
abschätzen können, welchen Weg sich die Wassermassen bahnen würden. Die
Erkenntnis, das Wissen über welche und an welcher Stelle verfügbare
Geodaten die Katastrophe und ihre Folgen hätten mindern können, war der
Grund für die Bildung des GDI-Sachsen e.V..
BG: Dann war das Hochwasser also eine Art Glücksfall für die
Entwicklung der Geoinformatik im Land Sachsen?
HB: Es war ein wichtiger Initiator, sich in der Sächsischen Landespolitik
intensiver mit dem Thema Geodateninfrastruktur zu beschäftigen. Die
Politik hat auch erkannt, welche Potentiale in Geodaten heute liegen
können. Letztendlich hat dieser Vorfall dazu geführt, die Sensibilität für
den volkswirtschaftlichen Wert von Geodaten zu fördern. Damit war Sachsen
sicher einer der Vorreiter. Zu der Zeit der Gründung war die bundesweite
Entwicklung eines Geodatenportals noch in den Startlöchern. Heute sieht
die Situation natürlich anders aus, zumal ja auch kürzlich die
europaweiten Richtlinien zum Aufbau von GDIs im Rahmen der
Inspire-Initiative verabschiedet wurden. Interesse des GDI-Sachsens ist
daher auch, die ökonomischen Chancen von Inspire Anforderungen in die
Politik zu tragen und ein grenzübergreifendes Sächsisches
Inspire-Pilotprojekt zu unterstützen, wichtig vor dem Hintergrund der
Förderung der wirtschaftlichen Entwicklung des Dreiländerecks Deutschland,
Polen und Tschechien.
BG: Wo liegen also die strategischen Ziele des GDI Sachsen?
HK: Die Ziele des GDI Sachsen liegen darin, das öffentliche und politische
Verständnis für den Wert von Geodaten und Geodatendiensten sowie die
Notwendigkeit einer landesweiten Geodateninfrastruktur durch gezielte
Öffentlichkeitsarbeit voranzutreiben. Ein wichtiges Instrument hierfür ist
unser Sächsisches GIS-Forum. Die Situation für Unternehmen oder
Dienstleister, die Geodaten nutzen wollen, ist heute meist sehr komplex.
Es muss auf eine Vielzahl von Datenquellen zurückgegriffen werden. Jede
dieser Quellen muss Aktualität und Zuverlässigkeit gewährleisten, die in
der Regel nur der Datenerzeuger selbst sicherstellen kann. Ein gebündeltes
und transparentes Angebot der Geodaten wäre hier von immenser Bedeutung,
weil es viele Vorgänge vereinfachen kann. Insbesondere das Beispiel der
verschiedenen Lizenzrechte, die heute noch von den Nutzern berücksichtigt
werden müssen, stellt eine Barriere dar, die durch eine zentrale GDI
abgebaut werden könnten.
BG: Der Aufbau einer GDI ist also mehr als die Implementierung einer
technischen Software?
HK: Genau. Wir verstehen Geodateninfrastrukturen als eine Bündelung
politischer, technischer und organisatorischer Maßnahmen. Ein neuer
Vertriebskanal für Geodaten via GDI ist flexibel und macht beispielsweise
keine Unterscheidung zwischen Verwaltung und Wirtschaft, sondern nur
zwischen Datenprovider und Datennutzer. Insofern sieht sich der
GDI-Sachsen auch als Berater in Sachen GDI, der auch den Anforderungen der
sächsischen Unternehmen Rechnung trägt und sein technisches und
wirtschaftliches Know-how dem Staat zur Verfügung stellt. Wir sind der
Meinung, dass die Entwicklung einer zentralen Geodateninfrastruktur in
Sachsen auch gemeinsam von Staat und Wirtschaft verfolgt werden könnte.
(sg)
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Erstes Sächsisches Forum zur
Geodaten-Infrastruktur
Pressemitteilung vom 13.02.2004
Rund 200 Fachleute aus Verwaltung und Wirtschaft trafen sich gestern zum
1. Forum des Geo-Daten-Infrastruktur Sachsen e.V. Sie diskutierten über
Möglichkeiten, mit der Vermarktung von Geodaten wirtschaftliches Potential
zu wecken.
Wer
ein Haus bauen möchte, benötigt viele verschiedene Daten. Wie groß ist die
Fläche des Grundstückes, ist der Boden möglicherweise verunreinigt oder
wachsen darauf schützenswerte Pflanzen? Gibt es in der Nähe Elektro-,
Wasser- und Abwasseranschlüsse und welche Straßen-nummer bekommt das
Gebäude? Der Häuslebauer muss mit vielen Behörden und Unternehmen Kontakt
aufnehmen, ehe er es alle notwendigen Informationen erhält.
Jede Institution hat ihre eigene Datenbank und nutzt unterschiedliche
Systeme dafür. "Leider gibt es bisher kaum eine Übersicht zur Vielfalt der
vorhandenen Daten im amtlichen und privat-wirtschaftlichen Bereich, obwohl
die technischen Möglichkeiten vorhanden sind", sagt Uwe Bernhardt,
Vorstandsmitglied der Geo-Daten-Infrastruktur Sachsen e.V. Künftig müsse
ein öffentliches Geodatenportal geschaffen werden, das Nutzern gebündelte
Informationen bietet. Die Stadt Dresden ist Vorreiter auf diesem Gebiet
und stellt seit einigen Jahren einen umfangreichen Katalog von Geodaten
zur Verfügung. Dazu gehören auch Luftbildbestände sowie ein digitales
Geländemodell. An einem 3-D-Stadtmodell arbeitet sein Amt derzeit, sagte
Helmut Krüger, Chef des städtischen Vermessungsamtes. Er beklagt, dass sie
nur in geringem Umfang abgefragt werden. "Scheinbar ist den potentiellen
Nutzern noch nicht klar, wie sie aus der Weiterverarbeitung der Daten
einen realen Marktwert schöpfen können", so Krüger. Das Forum sein ein
erster Schritt, um Marktwirtschaftliche Aufklärungsarbeit zu leisten.
Bernd Schmitt gab Erfahrungen aus Würzburg weiter, wo er als
Internet-Beauftragter tätig ist. "Geodaten können ach bedeuten, dass über
Handy künftig abzurufen ist, wo es Schnäppchen gibt", sagte Schmitt. Hier
sei eine räumliche Information mit einer wirtschaftlichen verknüpft und
damit könne ein Anbieter Geld verdienen.
Das Forum soll nun jährlich stattfinden, um die Entwicklung der
Geodaten-Infrastruktur zu beschleunigen, sagte Horst Lilienblum,
Vorstandsvor-sitzender des Veranstalters.
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Geodaten: Unerkanntes
Wirtschaftspotenzial
Pressemitteilung vom 17.11.2003
Am 12. Februar 2004 findet in Dresden eine regionale Premiere in der
Geo-Informationsbranche statt: das 1. Sächsische GIS Forum. An diesem Tag
lädt der GDI-Sachsen e.V. Entscheidungsträger aus Wirtschaft, Bildung und
Verwaltung ein, um die enorme wirtschaftliche Bedeutung von Geodaten zu
erkennen.
Der im Oktober 2002 gegründete Verein Geo-Daten-Infrastruktur Sachsen e.V.
(GDI-Sachsen) setzte sich zum Ziel, die Verfügbarkeit von Geodaten zu
verbessern. „Dazu gehört auch, versteckte Potenziale des GIS-Marktes
aufzuzeigen, Möglichkeiten eines effektiven Dateneinsatzes zu ergründen
und bereits gewonnene praktische Erkenntnisse weiterzugeben“, erklärt Rolf
Lüdicke, ein Gründungsmitglied des GDI Sachsen.
Bereits ein Jahr nach seiner Gründung, wird der GDI-Sachsen seinen hohen
Ansprüchen gerecht und etabliert das 1. Sächsische Forum über Geografische
Informationssysteme, eine, in der sächsischen Fachbranche einmalige
Veranstaltung.
Das für den 12. Februar 2004 anberaumte Forum findet im Dresdner Rathaus
statt und verspricht Vielfältigkeit. In acht Vorträgen kommen erfahrene
Fachleute zu Wort; angefangen vom sächsischen Ministerreferat zu
Aktivitäten der Landesregierung beim Aufbau einer Geodateninfrastruktur
bis hin zum Vortrag eines Praktikers, der seit Jahren Geodaten nutzt.
Sowohl die positiven Erfahrungen beim Aufbau von Geodaten-infrastrukturen
in anderen Bundesländern, als auch die erfolgreiche Nutzung von Geodaten
in der Stadtverwaltung Meißen – nicht zuletzt bei der Bewältigung der
Flutkatastrophe im Sommer 2002 – werden anwesende Entscheidungsträger von
dem enormen, bislang unerkannten Wirtschaftspotenzial der Geodaten
überzeugen!
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