Erstes Sächsisches Forum zur
Geodaten-Infrastruktur
Pressemitteilung vom 13.02.2004
Rund 200 Fachleute aus Verwaltung und Wirtschaft trafen sich gestern zum 1. Forum des Geo-Daten-Infrastruktur Sachsen e.V. Sie diskutierten über Möglichkeiten, mit der Vermarktung von Geodaten wirtschaftliches Potential zu wecken.
Wer ein Haus bauen möchte, benötigt viele verschiedene Daten. Wie groß ist die Fläche des Grundstückes, ist der Boden möglicherweise verunreinigt oder wachsen darauf schützenswerte Pflanzen? Gibt es in der Nähe Elektro-, Wasser- und Abwasseranschlüsse und welche Straßen-nummer bekommt das Gebäude? Der Häuslebauer muss mit vielen Behörden und Unternehmen Kontakt aufnehmen, ehe er es alle notwendigen Informationen erhält.
Jede Institution hat ihre eigene Datenbank und nutzt unterschiedliche Systeme dafür. "Leider gibt es bisher kaum eine Übersicht zur Vielfalt der vorhandenen Daten im amtlichen und privat-wirtschaftlichen Bereich, obwohl die technischen Möglichkeiten vorhanden sind", sagt Uwe Bernhardt, Vorstandsmitglied der Geo-Daten-Infrastruktur Sachsen e.V. Künftig müsse ein öffentliches Geodatenportal geschaffen werden, das Nutzern gebündelte Informationen bietet. Die Stadt Dresden ist Vorreiter auf diesem Gebiet und stellt seit einigen Jahren einen umfangreichen Katalog von Geodaten zur Verfügung. Dazu gehören auch Luftbildbestände sowie ein digitales Geländemodell. An einem 3-D-Stadtmodell arbeitet sein Amt derzeit, sagte Helmut Krüger, Chef des städtischen Vermessungsamtes. Er beklagt, dass sie nur in geringem Umfang abgefragt werden. "Scheinbar ist den potentiellen Nutzern noch nicht klar, wie sie aus der Weiterverarbeitung der Daten einen realen Marktwert schöpfen können", so Krüger. Das Forum sein ein erster Schritt, um Marktwirtschaftliche Aufklärungsarbeit zu leisten.
Bernd Schmitt gab Erfahrungen aus Würzburg weiter, wo er als Internet-Beauftragter tätig ist. "Geodaten können ach bedeuten, dass über Handy künftig abzurufen ist, wo es Schnäppchen gibt", sagte Schmitt. Hier sei eine räumliche Information mit einer wirtschaftlichen verknüpft und damit könne ein Anbieter Geld verdienen.
Das Forum soll nun jährlich stattfinden, um die Entwicklung der Geodaten-Infrastruktur zu beschleunigen, sagte Horst Lilienblum, Vorstandsvor-sitzender des Veranstalters.